BMC Timemachine 01 Road ONE im Test (2024)

Mit der neuen BMC Timemachine 01 Road wollen die Schweizer das Aero-Rennrad auf ein neues Level heben. Mit den Genen der Timetrial- und Triathlon-Maschine wurde die Road-Version zu 100 % auf Aero getrimmt. Die Liste der Features ist lang und das Konzept klingt vielversprechend – aber wie viel Potenzial hat das Schweizer Aero-Bike und was steckt in der Box über dem Tretlager? Wir beantworten euch alle Fragen zur neuen BMC Timemachine Road.

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Das Thema Aerodynamik ist nicht nur aus dem Profisport sondern auch bei den Coffee-Racern kaum mehr wegzudenken. Die Interpretationen und Ausprägungen der Bikes sind dabei recht vielfältig. Die Schweizer Ingenieure haben sich einiges einfallen lassen und wie der Name schon verrät, kommt viel Inspiration von der BMC Timemachine – dem Timetrial- und Triathlonbike von BMC.

Aero ist laut BMC der Kernpunkt der Entwicklung, denn Aero bedeutet „free speed“. Der größte Unterschied zu vielen anderen Aero-Bikes ist das Level an Integration der BMC Timemachine Road. Rohre, Laufräder und Lenker mit Aero-Formen sind mittlerweile Stand der Technik, aber den Entwicklern von BMC war das nicht genug. So wurden nicht nur die Wasserflaschen und -halter ins Aero-Konzept integriert, sondern auch die Aufbewahrung der Ride-Essentials in der Toolbox über dem Tretlager.

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Die Wasserflaschen schmiegen sich nahtlos an den Rahmen und wirken dank der Integration in die Form des Rahmens sowie den geschlossenen Übergängen wie aus einem Guss. Das Aero-Flaschen-Konzept, das inklusive Flaschen Teil aller Modelle und auch des Rahmensets ist, wurde in Zusammenarbeit mit den Experten von Elite entwickelt.

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Die Toolbox über dem Tretlager ist äußerst praktisch. In einer speziell entwickelten Tasche verschwinden Tools, Ersatzschlauch und CO2-Kartusche. Der Clou: Die Box selbst sorgt zudem für einen aerodynamischen Vorteil. Denn laut BMC ist das Setup mit zwei Flaschen und der Toolbox am schnellsten. Schlechte Nachricht für die Profis: Für alle UCI-Rennen muss die Box entfernt werden, was aber im Handumdrehen geschehen ist.

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Die Ride-Essentials immer dabei und sogar mit Aero-Vorteil

Ein weiteres cleveres Detail, das den Profis vorenthalten wird ist die Aero-Abdeckung des Bremssattels an der Gabel. Aufgrund des UCI Regelwerkes ist die Abdeckung zwar nicht im Regelwerk erlaubt, doch dürfen wir Hobby-Racer unsere Boliden mit diesem aerodynamischen und extrem coolen Feature tunen.

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Die clevere Aero Abdeckung des Bremssattels bleibt den Profis leider vorenthalten

Ein wahrer Augenschmaus ist das bereits an der Team- und Roadmachine gelobte ICS-co*ckpit,
welches das Thema Integration beherrscht wie kaum ein anderes. Alle Züge und Bremsleitungen sind komplett intern verlegt und dies nicht nur im Rahmen, sondern eben auch im co*ckpit.

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On top hat man noch die Möglichkeit den GPS- oder GoPro-Mount am Vorbau zu montieren – cleaner Look auf höchstem Niveau. Im Vergleich zur Road- oder Teammachine setzen die Schweizer bei der Timemachine das ICS co*ckpit auf die Timemachine spezifische Klemmung von 25,23 mm, was nochmal einen aerodynamischen Vorteil bringen soll.

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Es sei vorweg gesagt, dass man bei der BMC Timemachine Road das Thema Komfort in Relation sehen muss. BMC nennt es “Speed Compliance”, was eher Racebike- und nicht Endurancebike-Komfort bedeutet. Trotzdem wurde dem Thema laut BMC viel Beachtung geschenkt. An der Front sollen die asymmetrische Carbongabel, der ICS-Carbonlenker und der flach ausgeführte ICS-Vorbau für die nötige Compliance sorgen.

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Am Heck sollen die tief angesetzten BMC-typischen Sitzstreben die Unebenheiten der Straße dämpfen. Wie bereits erwähnt handelt es sich um ein Vollblut-Racebike, bei dem Speed im Vordergrund steht.

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Eine weitere wichtige Komponente in Sachen Komfort ist die Position auf dem Bike. Die Kombination aus dem ICS-co*ckpit, welches im Vergleich zu anderen Aero-co*ckpits volle Flexibilität in Lenkerbreite und Vorbaulänge zulässt, und der Setback Range der Sattelstütze von 0 bis 30 mm soll die perfekte fahrerspezifische Position auf dem Bike ermöglichen.

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Dank großem Einstellbereich von 0 bis 30 mm Setback soll jeder Fahrer seine perfekte Position finden

Die Reifenfreiheit ist bei vielen Aero-Bikes ein Thema, da es oft sehr eng zugeht. Die BMC Timemachine 01 Road hat Platz für bis zu 28 mm breite Reifen.

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Die Timemachine bietet Platz für 28 mm breite Reifen

Modelle, Ausstattung und Preise

Die Tour de France wird die erste Feuerprobe für die BMC Timemachine 01 Road. Das Team BMC wird dort auf der Aero-Maschine unterwegs sein. Ab September wird die Timemachine dann bei den Händlern verfügbar sein.

BMC Timemachine 01 Road ONE im Test (20)

Preis 11.999 €
Farbe Race Grey
Rahmen Timemachine Road 01, PF86 Tretlager, Flatmount, 12×142 mm Steckachse
Gabel Timemachine Road 01, Flatmount mit Bremssattel Aero-Cover, 12×100 mm Steckachse
Schaltung Shimano Dura-Ace R9170 Di2 Disc, 52-36 Kettenblatt, 11-30 Kassette
Bremsen Shimano Dura-Ace Di2 Disc, SM-RT900 160/140 mm Bremsscheiben
Lenker BMC ICS Aero
Vorbau BMC ICS Aero, integriertes co*ckpit inkl. GPS-Mount
Sattelstütze BMC Aero Post
Laufräder DT Swiss ARC 1100 DICUT db 62 Carbon, Tubeless-ready
Reifen Vittoria Corsa G+ 25 mm
Gewicht 980 g (Rahmen), 410 g (Gabel)
Gewicht gesamt 7,5 kg (8,0 kg inkl. Aero-Modul und Flaschen)

BMC Timemachine 01 Road ONE im Test (21)

Preis 9.999 €
Farbe Super Red
Rahmen Timemachine Road 01, PF86 Tretlager, Flatmount, 12×142 mm Steckachse
Gabel Timemachine Road 01, Flatmount mit Bremssattel Aero-Cover, 12×100 mm Steckachse
Schaltung SRAM Red eTap HRD, 52-36 Kettenblatt, 11-32 Kassette
Bremsen SRAM Red eTap HRD, SRAM CLX 160/160 mm Bremsscheiben
Lenker BMC ICS Aero
Vorbau BMC ICS Aero, integriertes co*ckpit inkl. GPS-Mount
Sattelstütze BMC Aero Post
Laufräder DT Swiss ARC 1400 DICUT db 62 Carbon, Tubeless-ready
Reifen Vittoria Corsa G+ 25 mm
Gewicht 980 g (Rahmen), 410 g (Gabel)
Gewicht gesamt 7,6 kg (8,1 kg inkl. Aero-Modul und Flaschen)

BMC Timemachine 01 Road ONE im Test (22)

Preis 7.999 €
Farbe Off White
Rahmen Timemachine Road 01, PF86 Tretlager, Flatmount, 12×142 mm Steckachse
Gabel Timemachine Road 01, Flatmount mit Bremssattel Aero-Cover, 12×100 mm Steckachse
Schaltung Shimano ULTEGRA R8070 Di2 Disc, 52-36 Kettenblatt, 11-30 Kassette
Bremsen Shimano ULTEGRA Di2 Disc, SM-RT800 160/140 mm Bremsscheiben
LenkerBMC ICS Aero
Vorbau BMC ICS Aero, integriertes co*ckpit inkl. GPS-Mount
Sattelstütze BMC Aero Post
Laufräder DT Swiss ARC 1400 DICUT db 62 Carbon, Tubeless-ready
Reifen Vittoria Corsa G+ 25 mm
Gewicht 980 g (Rahmen), 410 g (Gabel)
Gewicht gesamt 7,85 kg (8,35 kg inkl. Aero-Modul und Flaschen)

BMC Timemachine 01 Road ONE im Test (23)

Preis 4.199 €
Farbe Stealth
Rahmen Timemachine Road 01, PF86 Tretlager, Flatmount, 12×142 mm Steckachse
Gabel Timemachine Road 01, Flatmount mit Bremssattel Aero-Cover, 12×100 mm Steckachse
Lenker BMC ICS Aero
Vorbau BMC ICS Aero, integriertes co*ckpit inkl. GPS-Mount
Sattelstütze BMC Aero Post
Gewicht 980 g (Rahmen), 410 g (Gabel), 500 g (Aero-Modul inkl. Flaschen)

Geometrie

Größe475154565861
Sitzrohr480 mm518 mm548 mm568 mm588 mm611 mm
Oberrohr520 mm535 mm550 mm560 mm575 mm590 mm
Steuerrohr71,2 mm71,2 mm72 mm72 mm72 mm72 mm
Lenkwinkel71,2°71,2°72°72°72°72°
Sitzwinkel73,5°73,5°73,5°73,5°73,5°73,5°
BB Drop70 mm70 mm70 mm70 mm70 mm70 mm
Reach373 mm381 mm390 mm395 mm405 mm413 mm
Stack496 mm520 mm540 mm555 mm574 mm598 mm

Fahrverhalten

Wie sich unter anderem auch in unserem 2018er Racebike Grouptest gezeigt hat, sind Aero-Bikes nicht die agilsten und vermissen oft Spritzigkeit und Komfort. Aber wie verhält sich das beim Schweizer Aero-Racer? Zusammen mit den BMC-Profis Stefan Küng und Michael Schär haben wir die BMC Timemachine 01 Road ONE über die Schweizer Straßen und Pässe gepeitscht, um den Aero-Racer auf Herz und Nieren zu testen.

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Mit den BMC-Profis Stefan Küng und Michael Schär unterwegs, um die Timemachine Road auf Herz und Nieren zu testen

Relativ schnell wird klar, dass die Schweizer Ingenieure ihre Hausaufgaben gemacht haben. Spritzig sehen zwar überwiegend die BMC-Profis aus, aber wir haben bereits nach dem ersten kleinen Alpenpass ein dickes Grinsen im Gesicht. Klettern macht Spaß und man spürt die Effizienz des steifen Rahmens. Hier geht kein Watt verloren und von Behäbigkeit keine Spur.

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Einzig die 60 mm tiefen Laufräder brauchen etwas Zeit, um auf Geschwindigkeit zu kommen. Erst mal auf Geschwindigkeit gebracht, sind wir dann aber auch bei 60+ km/h im Flachen noch am Hinterrad vom Schweizer Zeitfahrmeister dran.

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Im Zielsprint spürt man etwas den Flex des Lenkers, was zum einen auf die flache Aero-Form und zum anderen auf den reduzierten Klemmungs-Durchmesser zurückzuführen ist. Die Performance geht aber vollkommen in Ordnung.

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In der Abfahrt vermittelt die Timemachine ein sehr sicheres Gefühl, was auf eine Kombination aus direkten, aber sicherem Handling und der fantastischen Bremsperformance der Shimano Dura-Ace Di2 Bremsen zurückzuführen ist. Schon oft gelobt überzeugen die Discbrakes immer wieder auf’s Neue, mit sehr präziser und gut dosierbarer Bremsperformance und einer tollen Balance mit 160 mm an der Front und 140 mm am Heck. Und auch die schärfsten Bremsmanöver lassen die Timemachine unberührt – da vibriert und flext nichts.

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Und wie sieht es in Sachen Komfort aus? Was erwarten die Profis von BMC bei der Tour? Wir sind überrascht, wie komfortabel der Aero-Racer ist. Vor allem die Front schluckt alle Unebenheiten und Vibrationen der Straße souverän. Die relativ massive Aero-Sattelstütze ist da schon um einiges härter, wobei der Hinterbau die härtesten Schläge gut dämpft.

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Fazit

Die neue BMC Timemachine 01 Road ONE begeistert durch das hohe Maß an Integration und Detailliebe. Wenn sogar die Wasserflasche und Ride-Essentials in das Aero-Konzept integriert werden, spürt man sofort, wie sehr sich die Schweizer Ingenieure ins Zeug gelegt haben, um das laut BMC “schnellste Roadbike” zu bauen. Und wir fühlen uns auch extrem schnell. Trotz #aeroiseverything ist die Timemachine sehr agil und vermittelt in Kombination mit dem erstaunlich hohen Level an Komfort ein super sicheres Fahrgefühl. Die Timemachine 01 Road ONE ist ein reines Race-Bike, das allen Racern unter uns reichlich Freude bereiten wird. Mit 11.999 € muss man vielleicht schon mal schlucken, bekommt dann aber auch ein Bike auf Profi-Niveau serviert. Ob der Aero-Vorteil die Runde mit den Kumpels beim 28er Schnitt wirklich besser macht, ist fraglich Aber schnell aussehen schadet ja nicht. Wir machen mal schnell das Gilet zu, Kopf runter und ab geht’s.

Stärken

  • komplett innen verlegte Züge auch am co*ckpit
  • cleaner Look
  • Toolbox für Ride-Essentials
  • Aero-Bottle-Konzept
  • agiles Handling

Schwächen

  • 60 mm tiefe Felgen sind windanfällig
  • hoher Preis

Mehr Infos unter: bmc-switzerland.com

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